Ursula Bauer, geboren 1947 in Solothurn, ist Mediendokumentalistin und Autorin, Jürg Frischknecht, geboren 1947 in Herisau, ist freier Journalist und Dozent. Beide leben in Zürich. Seit drei Jahrzehnten sind sie zusammen in den Alpen unterwegs. 1995 haben sie mit «Grenzschlängeln Zu Fuss vom Inn an den Genfersee» ihr erstes gemeinsames Wanderbuch veröffentlicht, das für alpenpolitisch Interessierte so gut wie für sportliche Weitwanderer und stille Geniesser neue Massstäbe setzte und inzwischen in der 5. Auflage vorliegt. Es folgten «Veltliner Fussreisen Zwischen Bündner Pässen und Bergamasker Alpen» (1997/2007), «Antipasti und alte Wege Valle Maira, Wandern im andern Piemont» (1999/2006), «Bäderfahrten Wandern und baden, ruhen und sich laben» (2002/2004), «Grenzland Bergell Wege und Geschichten zwischen Maloja und Chiavenna» (2003/2004). Die Bücher erscheinen alle im Zürcher Rotpunktverlag, www.rotpunktverlag.ch
Im Jahre 2000 lancierten Ursula Bauer und Jürg Frischknecht mit www.wanderweb.ch einen sehr brauchbaren und aktuellen Internetauftritt.
Bei ihren Recherchen im Bergell sind Bauer/Frischknecht auf den frühen, fast vergessenen Alpinisten und Fotografen Anton von Rydzewski gestossen. Darausentstand die Ausstellung «Ein Russ im Bergell», die 2005 in Maloja im Turm Belvedere und anschliessend in Chiavenna zu sehen war. Siehe www.rydzewski.ch.
Von Bauer/Frischknecht erscheinen regelmässig Wanderreportagen in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Sie publizieren auch, unabhängig voneinander, über alte und neue Hotelgeschichte, Vor-Gängerinnen aus der Frühzeit des Tourismus, zur Filmgeschichte der Bündner Südtäler und über alpenpolitische Themen.

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2003 erhielten Bauer/Frischknecht für ihre Wanderbücher den Binding-Preis
für Natur und Umweltschutz. In der Festansprache sagte Prof. Martin Boesch: „Wir würdigen damit das alpenpolitische Lesevergnügen, welches uns Bauer/Frischknecht mit ihren Werken immer wieder bescheren. Was war das eben: alpenpolitisches Lesevergnügen? Was soll denn das? Lassen Sie mich erklären: Jürg Frischknecht und seit 1994 zusammen mit Ursula Bauer erwandern, verfassen und publizieren immer wieder Reportagen, Beiträge und Bücher, die sich mit dem lustvollen und gleichzeitig kritischen Erleben der Alpen befassen.
Lustvoll ist es, mit ihnen neue unbekannte, weil abgelegene Talschaften mit ihren Dörfern und Menschen kennen zu lernen, ihren Alltag und auch ihre kulinarischen Kostbarkeiten, die es dort noch zu entdecken und zu geniessen gibt. So im wunderschönen Buch »Antipasti und alte Wege. Valle Maira - Wandern im andern Piemont«. Besuchen Sie zum Beispiel Rolando Comba, Gastwirt in der Trattoria della Gardetta in Chialvetta. Kommen Sie dort an, lehnen Sie sich zurück und lauschen Sie seinen Erzählungen. »Antipasti und alte Wege« ist natürlich mehr als ein konventionelles Wanderbuch, es ist ein Wander-Lesebuch (oder Lesewanderbuch), enthält es doch neben fundierten und zuverlässigen Routen- und Ortsangaben viele Hintergrund-Informationen zur Entwicklung der Talschaften und ihrer Dörfer, Geschichten von Menschen, die dort lebten und immer noch dort leben, die versuchen, die schöne, aber zunehmend schwierige Aufgabe »Gutes Alpen-Leben«, das heisst »gut leben in den Alpen« zu meistern.
Zum »Ankommen« gehört natürlich auch das »Hingehen«: Bauer/Frischknecht sind passionierte Berggänger und es gelingt ihnen, die Freude an langen Fussmärschen auf den Leser, die Leserin überspringen zu lassen. Diese Art der Fortbewegung, die Lust an der Langsamkeit, ist das einzig Richtige, um die Schönheiten am Wegrand und am Horizont voll erfassen, erleben zu können, die einzige Möglichkeit innezuhalten, um fasziniert einer Spinne im Gebälk einer alten Holzbrücke zuzuschauen. So erschliessen sich immer wieder beglückende neue Alpen-Welten.
Aber natürlich mischt sich immer wieder ein Wermutstropfen ins Glas, die Geschichten von Bauer/Frischknecht sind nie harmlos: Immer wieder werden Zugriffe der Ausbeutung und Zerstörung sichtbar gemacht - Zugriffe einer Zivilisation, die das richtige Mass verloren hat und auch den Sinn für Sinnvolles; eine Zivilisation, welcher das Einstehen für ein solidarisches, ja gerechtes Zusammenleben von Stadt und Land, von Berg und Tal, von Moderne und Tradition nichts mehr bedeutet.

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Dass diese Übergriffe auch immer wieder viel mit Profitdenken, Übervorteilung und Machtstrukturen zu tun haben, wissen Bauer/Frischknecht längst von ihren andern Themenfeldern her, nämlich der Aufarbeitung un-heimlicher Facetten unserer scheinbar so guten bürgerlichen Gesellschaft. Für diese Recherchen und Publikationen erhielt Jürg Frischknecht 1994 den »Nanny-und-Erich-Fischhof-Preis« der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.
Solches Engagement stand denn auch am Anfang der Wanderlesebücher, und so habe ich selbst Jürg Frischknecht kennen gelernt: im Einsatz gegen die alltägliche Landschaftszerstörung. Mit dem reizvoll-provokativen Titel »Wandert in der Schweiz solang es sie noch gibt« eröffnete Jürg Frischknecht 1987 die Reihe seiner Reportagen (er nennt sie treffend »Lokaltermine« - also Besichtigungen von Tatorten). Es sind Ortsbeschreibungen, Tatsachen und Hintergrundinformationen über geplante Projekte wie das Atomkraftwerk Kaiseraugst, den Pumpspeicher-Stausee Curciusa oder den Waffenplatz Rothenthurm. Sie haben damals wie ein Fanal einer breiten Öffentlichkeit die drohenden Verluste klar gemacht, auf eine Art, die oft besser ankam als das kämpferische Engagement von NGO's - es sind in der rückblickenden Bilanz ganz wesentliche Texte, die in vielen Fällen zum Erfolg des Widerstandes beigetragen haben.
Mit dem Buch »Alpenglühn. Auf TransALPedes-Spuren von Wien nach Nizza« schliesslich dokumentierte Jürg Frischknecht zusammen mit seinen WanderkollegInnen den langen Marsch für die Alpenkonvention, der sie von Wien bis nach Nizza führte und vor allem auch zum Ziel hatte, sich vor Ort mit den Lokal-Engagierten zu verbünden und alpenweite Kontakte des Widerstandes gegen die Zerstörung der Alpen aufzubauen. Daraus ist dann das Gemeindenetzwerk »Allianz in den Alpen« entstanden - eine Struktur, die heute Abend ja auch zum Kreis der Gefeierten gehört.“
Für die 4. Auflage von »Antipasti und alte Wege« haben Ursula Bauer und Jürg Frischknecht am 7. März 2005 in Wien den »signaTOUR-Award 2005 Medienpreis für herausragende Reiseliteratur und Reisebeiträge« erhalten mit der nachstehenden Würdigung:

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„»Antipasti und alte Wege« ist ein Lesewanderbuch, das Lust und Mut dazu macht, das noch weit gehend unbekannte Valle Maira im südwestlichen Piemont kennen zu lernen. Dieses Buch wurde von der Jury ausgewählt, weil es in vorbildlicher Weise die nachhaltige Tourismusentwicklung in einer marginalisierten Region unterstützt. Welche wichtige Rolle touristisches Engagement gerade für das Leben und Weiter-Leben in solchen Regionen spielt, wird deutlich vor Augen geführt. Das Autorenteam Ursula Bauer und Jürg Frischknecht stellt nicht nur das alte, weit gehend erhaltene Wegenetz vor, entlang dessen engagierte Touristiker/innen und Wirte in den letzten Jahren immer mehr Herbergen eröffnet haben, sondern bringt der Leserschaft anhand von liebevollen Portraits und Einblick in entscheidende regionalgeschichtliche Ereignisse das Valle Maira als Ganzes näher.“

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