Kurzbiographie

Geboren 1940 in Küsnacht, Schweiz

Frühe Jugend in Schiers im Prättigau GR

Schulen im Kanton Zürich (1956 bis 1960 kant. Lehrerseminar, 1960 bis 1962 Oberseminar und Universität Zürich, 1964 bis 1968 Studium an der ETH und Abschluss als Kulturingenieur ETHZ)

1968 bis 1972 Landschaftspfleger des Kantons Graubünden (von der Regierung GR neugeschaffene Stelle eines Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz)

1972 bis 1993 Lehrbeauftragter an der ETHZ für Natur- und Landschaftsschutz

bis 1992 hauptamtlich Geschäftsleiter der neu gegründeten Schweiz. Stiftung für Landschaftsschutz und Landschaftspflege SL mit Sitz in Bern

Geschäftsleiter des Fonds Landschaft Schweiz FLS, seit 1996 wiss. Mitarbeiter dieses Fonds

Ende 2001 Rücktritt vom FLS und Ausrichtung auf freiberufliche Tätigkeit im Bereich Landschaftsschutz (als Querschnittaufgabe auf die Relevanz in anderen raumwirksamen Bereichen bezogen, z.B. Tourismus, Agrarpolitik, Bundessubventionen, Wasserwirtschaft etc.)

Zahlreiche Publikationen, Vorträge, Beiträge in Radio und TV, u.a. zwei Bücher, die damals (1981 bis in die frühen Neunziger Jahre) als Standardbücher galten, und auf die auch heute immer wieder verwiesen wird (Beilage, Auswahl aus eini-gen hundert in Zeitschriften, Fachorganen und illustrierten Büchern veröffentlich-ten Aufsätzen und Texten).

1989 Auszeichnung mit der Lenne-Medaille in Gold durch das Europäische Kura-torium für Landschaftspflege der J. W. von Goethe-Stiftung mit Sitz in Basel und Hamburg

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Lebenslauf
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Geboren am 6. Juli 1940 in Küsnacht am Zürichsee. Kindheit und erste Jugend-jahre in Schiers, Graubünden. Dort auch prägende alpine Landschaftserlebnisse. Im Norden, über einsamen und waldigen Schluchten die hellen Kalkflühe des Rhä-tikons („Bündner Dolomiten“), gegen Süden und Osten, ebenfalls hinter Wäldern versteckt, die lockenden Berge Mittelbündens, der Silvretta und des Engadins. Sein Vater Richard Weiss war an der dortigen Mittelschule Lehrer für Deutsch und Geschichte tätig; er entdeckte in Graubünden seine eigenen alpinen Neigungen und unternahm mit Schülern von Schiers legendäre Touren, teilweise gar Erstbe-gehungen.

Übersiedlung nach Küsnacht; Berufung des Vaters an den Lehrstuhl für Volkskun-de der Universität Zürich. Abschluss am kantonalen Lehrerseminar Zürich. Studi-um der Naturwissenschaften an der Universität Zürich mit Hauptfach Geologie (Schüler von Augusto Gansser und Rudolf Trümpy). 1962 Teilnahme an einer Forschungsexpedition der McGill University in Montreal nach Axel Heiberg Island (im äussersten Norden Kanadas, nordwestlich von Grönland). Nach dem frühen Bergtod des Vaters (er stürzte 1962 auf der nächtlichen Heimkehr von einer langer Wanderung in einem unwegsamen Seitental des Valle Onsernone im Tessin ab). Abbruch des Geologiestudiums und Wechsel zur ETH Zürich. 1968 Abschluss als Kulturingenieur ETH.

1968 Wahl zum ersten Leiter der neu geschaffenen Amtsstelle für Natur- und Landschaftsschutz des Kantons Graubünden. In dieser Eigenschaft massgebende Vorstösse und Mitwirkung beim Schutz der gefährdeten Oberengadiner Seenland-schaft und der Seitentäler Val Fex, Val Roseg, Val Bever, Alp Flix sowie der Ge-biete und Orte von Grevasalvas, Maloja, Bondo und Soglio im Bergell. Diese Landschaften waren in den Zeiten des touristischen Booms, einer ungeplanten Bauerei, namentlich durch Zweitwohnungen bei weitgehend noch fehlenden Pla-nungsinstrumenten, stark gefährdet. Dass sie sich heute trotz grosser touristischer Nachfrage landschaftlich positiv von anderen berühmten alpinen Boomgebieten etwa im Wallis, in Oberitalien oder in Chamonix abheben, ist zurückzuführen auf ein früher erwachtes „Landschaftsbewusstsein“, auf die Betonung des Land-schaftsschutzes in der Gesetzgebung und im Vollzug der Raumplanung, auf wirk-same Schutzverordnungen und auf einen vom eidgenössischen Parlament 1973 erlassenen Bundesbeschluss über dringliche Massnahmen der Raumplanung. Daran war Hans Weiss mitbeteiligt. Eine vom Kanton Graubünden für das Ober-engadin (ebenfalls unter Mitwirkung von Weiss) erlassene Schutzverordnung ist heute noch in Kraft. Sie verhinderte bis heute eine weitere räumliche Ausdehnung der Bauzonen und damit die weitere Erschliessung und Zersiedelung alpiner und hochalpiner Räume.

1970 Wahl zum ersten Geschäftsleiter der Schweizerischen Stiftung für Land-schaftsschutz und Landschaftspflege (SL). Dieses Amt bis 1992 bekleidet. Im Rahmen der Stiftungstätigkeit zahlreiche politische Vorstösse zur Rettung bedroh-ter Landschaften, insbesondere alpiner Landschaften. Einige Beispiele: Aktiver Einsatz gegen den damals unter dem Druck der Bau- und Elektrizitätswirtschaft und mit dem Köder der reichlich fliessenden Wasserzinsen für finanzschwache Berggebiete massiv vorangetriebenen Weiterausbau der Wasserkräfte, und zwar mittels politischen Vorstössen, Rechtsmittelverfahren (Rekurse an das Bundesge-richt), Entwicklung alternativer Projekte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Si-tuation in Randregionen sowie vor allem mit Medienarbeit.

1972 bis 1990 Sekretär der parlamentarischen Gruppe für Natur- und Heimat-schutz der Eidgenössischen Räte. 1972 bis 1993 Lehrbeauftragter an der ETH Zürich für Natur- und Landschaftsschutz. Erfolgreicher Einsatz für die Einführung einer Grundausbildung in allgemeinen Fragen der Ökologie an den Bernischen Hochschulen (damals Technikum Biel, Burgdorf, Zollikofen).

1988 bis 1991 Mitglied der Grossen Rates des Kantons Bern (Parlament), als Ver-treter der Freien Liste.
Mitwirkung beim Zustandekommen eines Fonds für die die Erhaltung und Pflege naturnaher Kulturlandschaften, heute Fonds Landschaft Schweiz FLS, durch das Eidgenössische Parlament im Jahre 1991. Dessen Geschäftsleiter bis 1996, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter bis 2001. Zahlreiche Projekte des Landschafts-schutzes, der Landschaftspflege sowie der Wiederherstellung oder Aufwertung geschädigter und verarmter Lebensräume.

Seit 2002 freiberuflich für den Natur- und Landschaftsschutz tätig.

Seit 1966 fortgesetzte publizistische Tätigkeit.
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Arbeitsbeispiele/Medienarbeiten für SL
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Gutheissung einer Beschwerde gegen die vom Eidgenössischen Energie- und Verkehrswirtschaftsdepartement erteilte Konzession für einen Luftseilbahn auf den 3888 m hohen Feekopf oberhalb Saas Fee im Wallis. Der Bundesrat annullierte die Konzession auf Grund der SL-Beschwerde 1973.

Auch das Laggintal im Wallis wurde 1979 vom projektierten Bau eines Wasser-kraftwerkes (2. und 3. Stufe) dank vom Bundesrat gutgeheissener Beschwerde gegen den Staatsrat des Kantons Wallis gerettet.

Der 1986 erfolgte Verzicht auf den Bau des konzessionierten Wasserkraftwerks auf der Greinahochebene durch die Nordostschweizerischen Kraftwerke dürfte weitgehend auf den langjährigen, von B. C. Thurston und H. Weiss 1969 initiier-ten Widerstand zurückzuführen sein, nachdem dieser Widerstand und die Wieder-entdeckung des Wertes unerschlossener und ungenutzter alpiner Landschaften in immer breiteren Teilen der Bevölkerung Widerhall fand.
 Ähnlich ist auch das schlussendliche Einlenken des Bundesrates im Jahr 1975 auf die landschaftsschonende Linienführung der Autostrasse A 13 durch das Dom-leschg in Graubünden dem erwachenden Landschaftsbewusstsein zu verdanken. Die dortigen Rheinauen (eine der letzten ungestörten Auenlandschaft an einem grossen Alpenfluss) wurden in einem Tunnel umfahren und somit vor unwiderrufli-cher Zerstörung durch den Autobahnbau gerettet.

Analoger Einsatz zum Schutz der naturnahen Landschaft bei Salgesch/Salquenen und des Pfynwaldes im Wallis, SL-Beschwerde vom Bundesgericht 1986 gutge-heissen.
 Dem Wirken der SL ist auch die Sensibilisierung bei skitouristischen Eingriffen (vor allem Geländeplanierungen) zu verdanken, ebenso der Verzicht auf manche über-rissene Wald- und Alperschliessung mit Bahnen oder Strassen.
 Die Schaffung eines Landschaftsschutzgebietes Baltschiedertal (40 km2 ge-schützte hochalpine Natur- und Kulturlandschaft am Fuss des Bietschhorns im Oberwallis) geht auf Initiative von Weiss zurück und ist den Standortgemeinden (Ausserberg, Eggerberg, Baltschieder und Mund) zu verdanken, welche schliess-lich den Gedanken, dieses Tal zu erhalten, unterstützten und dem Schutzvertrag 1986 zustimmten. (Im Baltschiedertal hatte die Elektrowatt AG ein Wasserkraft-werk projektiert. Vom Landschaftschutzgebiet im Baltschiedertal und der Gründung des Fonds Landschaft Schweiz FLS ging eine Vorläuferwirkung für die Aufnahme des Jungfrau-AletschBietschhorn-Gebiets in die UNESCO-Liste des das Weltkulturerbes aus.
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| Chronologische Auswahl einiger Publikationen |
Urlandschaft am Vorderrhein Landschaftsschutz als Aufgabe unserer Zeit, in: Neue Zürcher Zeitung NZZ, 24.4.1966

Gedanken zum Natur- und Landschaftsschutz, in: Natur und Mensch, Schaffhau-sen 1967

Fremdenverkehr, Bergbahnen, in: Terra Grischuna, Chur 1968

Landschaftsschutz und Landschaftsplanung im Oberengadin, in: NZZ, 2.4.1970

Zerstörung der alpinen Kulturlandschaft? Verkehrserschliessung vom Standpunkt der Erholungsplanung und der Kulturlanderhaltung, in: NZZ, 31.1.1971; ebenso in der Kloster Zeitung, 15.1.1971

Bergbahnen, Tourismus und Landschaftsschutz, in: Die Alpen SAC, 1/1971

Vordringlicher Landschaftsschutz, in: NZZ, 21.11.1971

Die technische Erschliessung alpiner Erholungsräume aus der Sicht des Land-schaftsschutzes, in: Terra Grischuna, 9/1973

Die Landschaft unser Schicksal, in: Jahrbuch der Neuen Helvetischen Gesell-schaft, 1974

Fremdenverkehr und Erhaltung der Landschaft Tourismus im Wandel,
in: NZZ, 27.3.1975

Sind ungenutzte Landschaften überflüssig? in: Basler Zeitung BaZ, 13,12.1975

The Swiss Landscape, in: Modern Switzerland, Hrsg. Swiss Office for the Deve-lopment of Trade, Lausanne 1975

Skipisten nach der Schneeschmelze, in: Tages-Anzeiger Magazin, 7.5.1977

Skitouren inskünftig nur noch in Griechenland? in: Tages-Anzeiger TA, 14.5.79

Seilbahnbau auf Kollisionskurs, in: NZZ, 4./5.8.1979

Die friedliche Zerstörung der Landschaft und Ansätze zu ihrer Rettung in der Schweiz, Orell Füssli Verlag, Zürich 1981

Die letzten natürlichen Fliessgewässer sind in Gefahr das Stichwort heisst End-ausbau, in: Der Bund, 11.12.1984

Zum Beispiel das Laggintal, in: Brückenbauer, 12.3.1986

Un processus dramatique, in: 24 Heures, 26/27 avril 1986

Die Beschwerdebefugnis im Natur- und Heimatschutz Aufwertung durch das Bundesgericht, in: NZZ, 3.9.1986

Gemeinden für Landschaftsschutz das Baltschiedertal bleibt intakt, in: BaZ, 21.7.1986

Greina oder die Subjektivität des Landschaftserlebnisses, in: NZZ, Wochenendbei-lage 11./12.10.1986

Riuscira il paesaggio ticinese a vivere tanto da vedere il Duemila? in: Giornale del Popolo, 19.1.1987

Die unteilbare Landschaft - für ein erweitertes Umweltverständnis, Orell Füssli Verlag, Zürich 1987

Katastrophensommer 1987 nur ein Naturereignis? in: NZZ, 5./6.12.1987

Missachtete Gesetze zum Schutz von Natur und Landschaft, in: NZZ 18./19.11.1989

Landschaft und Erinnern Gedanken zum Anlass der Première von Anton Tsche-chovs „Der Kirschgarten“ im Stadttheater Bern, in: Berner Tagwacht, 10.3.1990

Grundsätzliches zum Gewässerschutz, in: Natur und Mensch, 2/1992

Tun und Lassen, Beitrag zur CIPRA-Jahreskonferenz 1995 für eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen, in: CIPRA 1995/13

Naturnaher Wasserbau im Lande Gotthelfs, in: NZZ, 13. 6. 1997

Fonds Landschaft Schweiz, ein Geburtstagsgeschenk, in: 1. Alpenreport 1998

Das Entlebuch als UNESCO-Biosphärenreservat, in: NZZ, 25.6.1998

Die unteilbare Landschaft, Plädoyer für eine neue Ästhetik der Umwelt, in: Wo-chenendbeilage der Aargauer Zeitung, 6.2.1999

Alpine Kulturlandschaften von harten zu sanften Lösungen, in: Anthos I/1999

Ein Denkmal steht nie allein, zum Europäischen Tag des Denkmals, in: TA, 8. September 2000

Ein weiterer Schritt im Seilbahn-Wettrüsten, in: NZZ, 5.2.2001

Welche Zukunft hat das Ferienland Schweiz? in: Tec21, 24. 1. 01, Nr. 4/ 2001

Tourismus und Landschaft? Editorial zur Themennummer „Tourismus und Land-schaftsschutz? / Weltnaturerbe Schweiz“, in: Natur und Mensch, 2/2002
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